Mai

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Erdbeeren – endlich wieder Farbe auf dem Tisch

Im April kehren mit dem Grün der Bäume und der einsetzenden Blütezeit die Farben wieder in die Natur und unsere Stimmung zurück. Im Mai sind es die Erdbeeren, die den Anfang einer ganzen Reihe leuchtend roter Früchte bilden. Jetzt wird der Speiseplan wieder frisch und bunt. Die Betonung liegt auf frisch. Ich habe viele Rezepte ausprobiert, in denen Erdbeeren erhitzt oder aufgetaut verarbeitet werden, aber ich kam immer wieder zu dem Ergebnis:

Frisch vom Feld haben sie das beste, unvergleichbare Aroma.

Tiefgekühlt oder als Marmelade schmecken sie anders, schal und viel weniger fruchtig. Auch die allgegenwärtigen, bei der Verarbeitung zugesetzten Erdbeeraromen haben einen anderen Geschmack. Kurzum, unverfälschter, frischer Erdbeergeschmack ist nur während der Saison zu bekommen. Erdbeeren sind empfindlich. Im Kühlschrank können Sie maximal 2 Tage gelagert werden. Sie sollten erst kurz vor der Verwendung gewaschen werden, sonst schimmeln sie schnell. Mit Zucker püriert und gut verschlossen, können sie im Kühlschrank etwas länger aufbewahrt werden.

Erdbeeren sind reich an Polyphenolen.

Lange Zeit war die Bedeutung von Polyphenolen für unsere Gesundheit nicht bekannt. Jetzt sind sie in aller Munde. Sie stärken unser Immunsystem und unser Herz-Kreislauf-System. Polyphenole schützen unser Gewebe, indem sie Radikale unschädlich machen und Entzündungen vorbeugen. Ihnen wird auch eine krebspräventive Wirkung zugeschrieben. Kein Wunder, dass mit dem Polyphenolgehalt für Tees, Ölen und vieles mehr geworben wird. Die Erdbeere hat aber noch viel mehr zu bieten.

Neben den Polyphenolen enthalten Erdbeeren auch weitere, lang bekannte, Inhaltsstoffe. Sie enthalten sogar mehr Vitamin C (57 mg/100 g) als Orangen (46 mg/100 g). Ebenfalls reichlich liefern sie: Kalium, Folsäure und Ballaststoffe. In der Wissenschaft können nur einzelne Inhaltsstoffe analysiert und ihre Wirkung ermittelt werden. Das Wechselspiel der einzelnen Bestandteile können wir nur ahnen. In der Erdbeere scheint es von Natur aus optimal zu funktionieren.

Erstaunlicherweise tauchen bei Hildegard von Bingen die Erdbeere als Küchengift, das unsere Abwehr schwächt, auf. Dies erscheint aus heutiger Sicht nicht gerechtfertigt. Bedenkt man aber, dass Erdbeeren in Bodennähe wachsen, also schmutzig werden können und dass das Wasser im Mittelalter oft verunreinigt war, lässt sich diese Empfehlung nachvollziehen. Dies liegt aber nicht an der Erdbeere selbst, sondern an den hygienischen Umständen der damaligen Zeit.

  • Dr. Beate Monter
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