Oktober

10_oktober-logoLinsen –Hülsenfrucht mit Geschichte

Die Linse hat eine lange Geschichte. Schon in der Bibel opfert Esau sein Recht als Erstgeborener einem Linsengericht. Auch im Märchen taucht die Linse auf. Es waren Linsen, die das arme Aschenputtel vor dem Kamin sortieren musste.

Linsen bilden auf der ganzen Welt und das seit Generationen einen wertvollen Baustein der Ernährung.

Sie gedeihen selbst auf ausgesprochen kargen Böden. Als Zwischenfrucht sorgen sie für eine Stickstoffanreicherung im Boden. Als Zwischenfrucht sorgen sie für eine Stickstoffanreicherung im Boden. Im Gegensatz zu vielen anderen Pflanzen laugen sie die Böden nicht aus  und erlauben damit eine nachhaltige Bewirtschaftung.

Warum sind sie bei uns dann so aus der Mode gekommen? Zum einen galt sie als „Arme Leute Essen“ und wer es sich leisten konnte, zeigte seinen Status, in dem er was anderes auf den Tisch brachte. Zum anderen ist die Ernte und Reinigung der Linsen seit jeher extrem arbeitsintensiv.

Mit der Neuentdeckung der Linsen bei uns auch durch die internationale (beispielsweise indische Küche) steigen Nachfrage und Preise. Der Anbau lohnt sich wieder.

Die Renaissance alter, regionaler Sorten, wie der Alblinse, lässt auf unseren Märkten eine bunte Sortenvielfalt entstehen. Rote, gelbe, Puy-, Beluga- wie auch die altbewährten Tellerlinsen sind überall zu bekommen. Bunte Sorten aus aller Welt lassen sich zu Rezepten kombinieren, die neue geschmackliche und optische Erlebnisse vermitteln. Wenn das „Bauchgrummeln“ nach dem Genuss von Linsen bisher abgeschreckt hat, lohnt es sich, mal die roten oder gelben Sorten zu probieren, sie liegen weniger schwer im Bauch.

Generell werden pürierte oder sehr weich gekochte Linsen besser vertragen.

Linsen haben einen hohen Ballaststoffgehalt, der für den Darmgesunden sehr geeignet ist. Darmempfindlichen setzen diese vielen Ballaststoffe allerdings zu. Wer viele Ballaststoffe nicht gewöhnt ist, sollte auf die besser bekömmlichen Sorten und Zubereitungsformen ausweichen, beispielsweise auf eine Suppe mit roten Linsen. Gichtkranke sollten mit Linsen vorsichtig sein, sie enthalten leider viel Purin.
Was macht jetzt aber die Linsen für alle anderen so wertvoll?

Sie sind vollgepackt mit Vitaminen und Mineralstoffen und enthalten besonders viel und hochwertiges Eiweiß.

Für den menschlichen Körper ist es nicht nur der Gesamtgehalt an Eiweiß entscheidend, sondern auch dessen Zusammensetzung. Wie Eiweiße aufgewertet und ergänzt werden können, ist unter www.zeit-fuer-ernaehrung.de sehr anschaulich dargestellt. Dort ist auch nachzulesen, warum Linsen und Weizen eine wunderbare Kombination sind. Es ist immer wieder faszinierend, wie traditionelle Zubereitungsformen sich bei näherer, moderner wissenschaftlicher Betrachtung als sinnvoll herausstellen. Im Schwäbischen sind es die Linsen mit Spätzle (s.a. das Oktoberrezept) und im Indischen ist es Dhal mit Reis oder Fladenbrot. Bei allem Wissen bleiben Tradition und Gespür fürs gute Essen ein wichtiger Wegweiser für eine sinnvolle Ernährung

  • Dr. Beate Monter
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